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Das Herz

Das menschliche Herz ist eine erstaunlich leistungsstarke Pumpe. Die Aufgabe des Herzens besteht darin, Blut durch den Körper zu pumpen, so dass dieser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird und Abfallstoffe abtransportiert werden. Anschließend pumpt das Herz das sauerstoffarme Blut durch die Lungen, wo das Blut Kohlenstoffdioxid abgibt und Sauerstoff aufnimmt.

Einige Organe sind sehr stark von der ständigen und ausreichenden Versorgung mit Sauerstoff abhängig. So kann die mangelnde Versorgung mit Blut schon nach wenigen Minuten zu Gehirnschädigungen führen.

Das Herz

  • ist ein Muskel, der etwa so groß ist wie eine menschliche Faust.
  • wiegt etwa ein Pfund.
  • befindet sich hinter dem Brustbein, etwas zur linken Seite hin versetzt.
  • pumpt jede Minute rund 5 Liter Blut durch den Körper, das sind rund 7000 Liter Blut täglich!

Die Pumpleistung des Herzens wird durch das elektrische Erregungsleitungssystem gesteuert. Störungen der elektrischen Herzimpulse können Herzrhythmusstörungen, wie beispielsweise Kammertachykardie verursachen, die zu einem plötzlichen Herzstillstand führen können.

Das elektrische Erregungsleitungssystem
steuert die synchronisierten und rhythmischen Pumpbewegungen des Herzens:

  • Es steuert die Herzfrequenz (Anzahl der Herzschläge pro Minute).
  • Es umfasst einen speziellen Kreis, die Erregungsleitungen, über den für jeden einzelnen Herzschlag elektrische Reize zu den Vorhöfen (Artria) und Herzkammern (Ventrikel) übertragen werden.

Empfangen die Herzzellen in den Vorhöfen (Artria) einen elektrischen Reiz, so ziehen sie sich zusammen, und erschlaffen anschießend wieder (d.h. sie pumpen). Das Blut aus den Vorhöfen wird so in die Herzkammern (Ventrikel) gepumpt. Die Herzkammern pumpen das Blut anschließend in den Körper.

Die elektrische Erregungsleitung im Herzen

In einem gesunden Herzen beginnt jeder Herzschlag im Sinusknoten (dem natürlichen Schrittmacher des Herzens), der sich im rechten Herzvorhof befindet. Das vom Sinusknoten ausgehende elektrische Signal löst eine Kettenreaktion aus, die sich, vergleichbar den sanften Wellen an der Oberfläche eines Sees, auf beide Vorhöfe ausbreiten. Durch die elektrischen Reize werden die Vorhöfe veranlasst, sich zusammenzuziehen und Blut in die Herzkammern zu pumpen.

Diese elektrische Kettenreaktion setzt sich von den Vorhöfen durch den Bereich zwischen Vorhöfen und Herzkammern namens atrioventrikulärer (AV) Knoten fort. Der AV-Knoten stellt die Verbindung zu weiteren Erregungsleitungen her, die das Signal zum Zusammenziehen durch beide Herzkammern leiten. Der AV-Knoten ist somit der elektrische Zugang zu den Herzkammern. Die Erregungsleitungen liefern die Signale an die Herzkammern, die Herzkammern ziehen sich zusammen und pumpen Blut in den Körper.

Störungen im elektrischen Erregungsleitungssystem werden auch als Arrhythmien oder Herzrhythmusstörungen bezeichnet. Herzrhythmusstörungen können dazu führen, dass das Herz zu langsam schlägt (Bradykardie), dass das Herz zu schnell schlägt (Tachyarrhythmie), oder dass die Herzbewegungen nicht aufeinander abgestimmt sind (Dyssynchronie). Arrhythmien können die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigen, so dass nicht mehr ausreichend Blut durch Körper und Gehirn gepumpt wird.

Die Funktion des Herzens

Ein gesundes Herz
reagiert schnell auf die Anforderungen des Körpers. Es passt seine Pumpleistung an, so dass der Körper stets mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Das Herz eines Menschen schlägt durchschnittlich 120.000 mal am Tag.

Die normale Herzfrequenz
beträgt, je nach Alter und je nachdem, ob die Person ruht oder sich körperlich betätigt, zwischen 60 und 140 Schlägen pro Minute. Je jünger die Person ist, desto höher ist ihre Herzfrequenz. Betreibt man Sport oder führt man alltägliche Arbeiten aus, so passt das Herz die Herzfrequenz an. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Muskeln während der körperlichen Betätigung mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Innerhalb weniger Sekunden kann das Herz seine Pumpleistung auf das bis zu Vierfache des üblichen Ruhezustandes erhöhen.

Die Pumpleistung
des Herzens wird mittels einer sog. Auswurffraktions-Messung ermittelt. Die Auswurffraktion des Herzens definiert sich als die Fraktion oder der Teil des Blutes, den das Herz mit jedem Herzschlag aus der linken Herzkammer pumpt (oder "auswirft"). Personen mit einem normal funktionierenden, gesunden Herzen haben eine Auswurffraktion von 55 Prozent oder mehr. Das heißt, dass mit jeder Kontraktion 55 Prozent des in der linken Herzkammer befindlichen Blutes in den Körper gepumpt werden.

Eine geringe Auswurffraktion
ist einer der Schlüsselindikatoren bei Personen mit erhöhtem Risiko für Herzinsuffizienz. Viele Personen, die an einer Herzkrankheit leiden, haben eine Auswurffraktion von 40 Prozent oder weniger. Wenn die Auswurffraktion unter dem normalen Wert liegt, bedeutet dies, dass das Herz nicht mehr effizient arbeitet, und die Organe und Gliedmaßen nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt werden. Ist die Auswurffraktion anormal niedrig, sollten unbedingt weitere Tests durchgeführt werden, um festzustellen, ob ein Risiko für Herzrhythmusstörungen vorliegt.

Der Aufbau des Herzens

Das Herz setzt sich aus vier Kammern zusammen:
  • Die beiden kleineren, oberen Kammern (rechter und linker Herzvorhof)
  • Die beiden größeren, unteren Kammern, die die Pumparbeit leisten (rechte und linke Herzkammer)

Herzvorhof und Herzkammer sind jeweils durch eine Gewebewand getrennt, in der sich eine Herzklappe befindet. Diese Herzklappen sorgen auch dafür, dass das Blut weiter strömt. Das Herz besteht genau genommen aus zwei getrennt arbeitenden Pumpen , d.h. der linken und der rechten, die jeweils eine eigene Funktion erfüllen:

  • Die rechte Herzseite nimmt das sauerstoffarme Blut aus dem Körper auf und pumpt es weiter in die Lungen, wo es Sauerstoff aufnimmt.
  • Die linke Herzseite nimmt das sauerstoffreiche Blut aus den Lungen auf und pumpt es weiter in den Körper, um Organe wie etwa das Gehirn und die Nieren mit frischem Sauerstoff zu versorgen.



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